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21 Mai 2017

Oft werde ich gefragt wer denn den ganzen Kuchen, die ganzen Cupcakes und Cookies isst, die ich da produziere, ich müsste ja schon das zehnfache wiegen, wenn ich das alles selbst konsumieren würde. Wenn mein Sohnemann das auch vehement behauptet, einen Süßi-Magen, also einen, der sich auf die wirklich leckeren Sachen spezialisiert hat und sie auch zu verwerten weiß, haben auch ich und der Sohnemann nicht. Meine Testesser sind dennoch natürlich in erster Linie die Familie und die beste Nachbarin von allen. Alles was dann noch übrig ist, nehme ich gern mit ins Büro, wo ich immer dankbare Abnehmer finde. Wie überall gibt es dort experimentierfreudigere und weniger experimentierfreudige Esser und manchmal ist es einfach schön, wenn man auf die Frage, was man denn dabei hätte, einfach antworten kann "Rhabarber-Baiser" und jeder weiß was gemeint ist:


Rhabarber-Baiser

Zutaten für den Teig:
600g Rhabarber
150g Butter
150g Zucker
1 EL Vanillezucker
2 Eier
3 Eigelb
150g Mehl
3 gestrichene EL Grieß
1 Pck. Puddingpulver
1,5 TL Backpulver

Zubereitung:
Rhabarber waschen, die Stielansätze und die Blätter wegschneiden und den Rest in etwa 2-3cm große Stücke schneiden. Butter mit Zucker dick cremig aufschlagen und die Eier und Eigelbe nacheinander zugeben, weiter schlagen. Mehl mit Grieß, Puddingpulver und Backpulver mischen und unter die Butter-Ei-Masse heben. Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Springform geben und glatt streichen, mit Rhabarberstückchen belegen. Bei 180°C im vorgeheizten Ofen etwa 45min backen, in der Zwischenzeit den Baiser zubereiten.


Zutaten für den Baiser:
3 Eiweiß
150g Zucker
Prise Salz

Zubereitung:
Eiweiß mit Salz kurz schaumig schlagen, dann den Zucker einrieseln lassen und 5-10min schlagen, dass er richtig fest und seidig glänzend wird. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen, die Temperatur auf 160°C herunterdrehen und den Kuchen mit dem Baiser bestreichen, mit einer Gabel Spitzen hochziehen. Kuchen weitere 15min backen und bei leicht geöffneter Ofentür abkühlen lassen, dann herausnehmen.


Manchmal weiß ich in dem Stadium, in dem ich das Experiment mit ins Büro nehme, selbst noch nicht, wie ich es nennen werde (erinnert Ihr Euch noch an Detleff?) und sage dann oft einfach "Cookies" oder "Cupcakes" - aber vor allem der Typ "ich esse nichts, von dem ich nicht mindestens 95% der Inhaltsstoffe kenne" möchte das schon genauer wissen...


Bei Rhabarber-Baiser also ist die Sache einfach klar, denn den hat Oma schon gebacken, den kennt man. Bei uns daheim und im Büro kam genau dieser sensationell an und ich habe ihn in den letzten Wochen einige Male gebacken. Mir gefällt besonders, dass ich das Rezept nun endlich so hinbekommen habe, dass der Teig nicht den Geschmack von Stärke auf der Zunge hinterlässt, das mag ich überhaupt nicht! Hier habt Ihr einfach einen fluffigen Teig mit saftigem, säuerlich-süßen Rhabarber und cremigem Baiser in knuspriger Hülle - genau so muss er für mich sein! Wie schmeckt er Euch am besten?

Eure Christina

23 April 2017

Also ich war ja bereit für den Sommer: erste Sommerkleider ausgepackt und tapfer getragen (auch wenn wir meine persönliche Wohlfühltemperatur noch nicht erreicht haben), aus einer leicht eskalierten Sandalen-Massenbestellung das richtige die richtigen Paare ausgesucht, Eis gegessen, den Balkon auf Vordermann gebracht, nagelneuen Picknickkorb gekauft, ..........
Und was ist das jetzt??? Ich trinke heißen Tee, während ich hier schreibe, suche die Tage, an denen ich mein Dirndl auf dem Stuttgarter Frühlingsfest spazieren tragen kann, sorgfältig in Abstimmung mit der Wettervorhersage aus und habe die Sandalen erstmal in die hinterste Ecke des Schranks verbannt! Da schreit mein Herzchen nach Sonne von innen: süße, energiereiche Früchte, Schokolaaaade, Zucker, mehr Zucker, mehr Schokolaaade, ... und hier ist meine Antwort:

Bananen verwerten

Bananen-Split-Kuchen

Zutaten:
5 Eier
125g Zucker
3-4 EL Eierlikör
300g gemahlene Haselnüsse
1 Pck. Backpulver

etwa ein halbes (450g-)Glas Nutella
5-6 Bananen

600ml Sahne
1 EL Vanillezucker

optional: Eierlikör, geröstete Mandelblättchen und Zartbitter-Kuvertüre (50g) zur Deko

Zubereitung:
Eigelb mit Zucker dick cremig aufschlagen und Eierlikör zugeben. Eiweiß steif schlagen und beiseite stellen. Haselnüsse und Backpulver mischen und unter das Eigelb ziehen, Eiweiß unterheben. In eine mit Backpapier ausgelegte Auflaufform (etwa 25x35cm) geben und bei 160°C im vorgeheizten Ofen etwa eine halbe Stunde backen, abkühlen lassen. Kuchen großzügig mit Nutella bestreichen und die Bananen längs aufgeschnitten darauf verteilen. Sahne mit Vanillezucker steifschlagen und auf die Bananen aufspritzen.
Für die Deko die Schokolade im Wasserbad schmelzen und leicht abkühlen lassen. Dann großzügig mit einer Gabel über die Sahne verteilen. Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Öl rösten, ebenfalls leicht abkühlen lassen und dann auf der schokolierten Sahne verteilen, ggf. mit etwas Eierlikör besprenkeln.

Banana Split

Ein paar Hinweise von mir: lasst Euch nicht irritieren, wenn der Teig nach dem Backen an der Oberfläche hart und trocken ist und auf Klopfzeichen hin einfach hohl klingt! ...wurde hier natürlich ausgiebig getestet und kommentiert ("wird das überhaupt noch was?" "möchtest Du uns damit erschlagen?" "Ist das ein Kooperationsprojekt mit einem Zahnersatzhersteller?" ...)
Wenn Ihr die Sahne glatt auf den Kuchen streichen wollt, solltet Ihr 800ml nehmen, mir persönlich gefällt es aufgespritzt besser und 600ml reichen aus meiner Sicht völlig.
Auch bei diesem Rezept gilt: die Bananen, die keiner mehr essen will, weil sie total braun sind, schmecken am besten und sind super verwertet. Den Eierlikör könnt Ihr selbstverständlich weglassen, im Teig würde ich ihn durch Milch ersetzen.

Bananen-Split-Kuchen

Das Rezept habe ich von meiner Schwester, die es von der Mutter des Trauzeugen meines Schwagers hat - ein echtes Familienrezept also, absolut erprobt und empfehlenswert! Ich habe es auch schon für die Schule gebacken und es kam sehr gut an.
Was tut Ihr gegen den Regenwetter-Blues? Oder macht Euch das vielleicht gar nichts aus?

Eure Christina

16 April 2017

Als ich 17 war lernte ich eine Frau kennen, die mein Leben maßgeblich beeinflusst hat und an die ich noch oft denke, obwohl sie seit 11 Jahren verstorben ist. Jahre nach unserem ersten Aufeinandertreffen gestand sie mir wie nett sie es fand, dass ich ihr sofort das "Du" angeboten hatte - ich war 17 und sie 90 Jahre alt, sie hatte zwei Weltkriege, diverse Krisen, die Mondlandung und so viel mehr live erlebt! Ich hatte riesigen Respekt vor ihr und hätte mir nie vorstellen können, dass sie mich auch siezt. Als sie dann starb, bekam ich ihre alte Backform aus Weißblech und bis heute backe ich fast jedes Jahr zu Ostern ein Osterlamm damit, ganz traditionell: 

Biskuit Lamm

Osterlamm (Form mit 1l Fassungsvermögen)

Zutaten:
3 Eier
Prise Salz
3 EL Puderzucker
1,5 EL Vanillezucker
3 EL Mehl
3 EL geriebene abgezogene Mandeln
1 TL Backpulver
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:
Eier trennen. Eiweiß mit Salz und Zucker steif schlagen. Mehl, Mandeln und Backpulver mischen und mit dem Eigelb unter das Eiweiß rühren. In die gefettete, bemehlte Backform füllen. Bei 180°C im vorgeheizten Ofen etwa 30min bei Ober-/ Unterhitze backen, dann weitere 5-10min bei Unterhitze. Etwas abkühlen lassen und vorsichtig aus der Form lösen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Kaiser Osterlamm

Kaiser hat das Rezept auf der Verpackung etwas anders angegeben, aber bei genauem Hinsehen habe ich, schon leicht verblasst, die Schrift meiner alten Lady sehen können: "Menge knapp! besser: um die Hälfte vermehren", außerdem eine Ergänzung "1 Kaffeelöffel Backpulver" und die Korrektur "Zucker Puderzucker". Selbstverständlich habe ich mich an ihre Empfehlung gehalten  - wenn sie es nicht besser wusste, wer sonst?!

Kaiser Lammbackform

Heraus kommt jedenfalls ein fluffiger Biskuit, schön flaumig, aber nicht trocken, genau wie ich es mag. Am besten schmeckt er natürlich frisch, aber ich glaube bei diesem Gebäck geht es mehr um die Geste und die Wahrung alter Bräuche. Ich jedenfalls denke besonders an diesen Tagen an meine alte Lady zurück und die Momente in denen wir uns so nahestanden als wäre sie meine Uroma.

In diesem Sinne: frohe Ostern und viele schöne Momente mit Euren Liebsten wünsche ich Euch!

Eure Christina

19 April 2015

Aufgepasst!!! Der Frühling ist in vollem Gange, die Bäume blühen, überall leuchtend bunte Farben und sattes Grün und die Sonnenstrahlen kitzeln schon in aller Frühe die Haut... Ich bin ein absolutes Sonnenkind, brauche die Sonne wie die Luft zum Atmen und friere von Oktober bis März eigentlich durchgehend. So langsam komme ich nun also auf Betriebstemperatur und freue mich schon riesig auf den Sommer, auf blauen Himmel, leichte Kleider und darauf, die Augen zu schließen und die warme helle Sonne auf der Haut zu spüren...
Der Kuchen, den ich heute dabei habe, gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf: er ist so fluffig-cremig, dass er auf der Zunge zergeht, dazu saftige Kirschen und ein Hauch Südsee...


Kirsch-Kokos-Kuchen

Zutaten für den Teig:
100g Kokosraspel
150g Mehl
120g Butter
80g Puderzucker
1 Ei

Zubereitung:
Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und eine Springform damit belegen, dabei einen Rand bilden. Die Form kalt stellen.


Zutaten für die Creme:
1 Dose Kokosmilch (400ml)
100ml Milch
3 EL Zucker
1 Pck. Puddingpulver

2 Becher Schmand
1 Becher saure Sahne
3 EL Zucker
50g Kokosraspel

1 Glas Kirschen

Zubereitung:
Aus der Kokosmilch, der Milch, dem Zucker und dem Puddingpulver einen Pudding nach Packungsanleitung kochen. Topf beiseite stellen und abkühlen lassen, dabei immer wieder durchrühren, damit sich keine Haut bildet. Kirschen abtropfen lassen.
Schmand, saure Sahne, Zucker, Kokosraspel und Pudding verrühren und auf den Teig in der Springform gaben. Bei 175°C im vorgeheizten Ofen etwa 80min backen und bei leicht geöffneter Ofentür abkühlen lassen.


Ich mag momentan Kuchen, die zwar einfach sind wie ein Rührkuchen, aber trotzdem saftig und cremig wie eine Torte, die aber auch viel aufwendiger wäre.


Mit einem einfachen Käsekuchen ist er trotzdem nicht vergleichbar, der Kokos-Geschmack kommt deutlich aber nicht aufdringlich durch und da kommen einem statt Omas Häkeldeckchen eher weiße Sandstrände mit hohen Kokospalmen in den Sinn...

Eure Christina

08 März 2015

Als ich noch zur Schule ging, hat mir meine Mama jeden Tag Vesper gemacht. Morgens saß sie am Esstisch und hatte vier Brotdosen vor sich, die sie alle mit einem belegten Brot, Obst oder Gemüse und immer etwas Süßem bestückte. Vier Kinder wollen schließlich versorgt sein und es war natürlich keineswegs so, dass sie jedem das gleiche einpacken konnte - jeder von uns hatte seine Vorlieben... :-)
Ab und zu gab es ein Brot mit Eszet-Schnitten, kennt Ihr die? Dünne Schokoladenscheiben, schön knackig und immer wieder ein kleines Highlight in der Vesperdose!
Nach gefühlt 100 Jahren habe ich mal wieder eine Packung gekauft, hatte aber nicht ganz die Vesperbrote von früher im Sinn...

Banana bread

Cakewiches

Zutaten für den Teig:
3 reife Bananen
30g weiche Butter
50g brauner Zucker
70g Honig
1 EL Vanillezucker
1 Ei
1/2 TL Salz
300g Mehl
1 Pck. Backpulver

Zubereitung:
Eine Kastenform (20cm) fetten und mehlen. Bananen, Butter, Zucker und Honig mit den Quirlen des Handrührgeräts oder in der Küchenmaschine cremig rühren, Ei und Salz zugeben und aufschlagen. Mehl mit Backpulver mischen und unterheben. Teig in die Form geben und bei 180°C backen, abkühlen lassen und vorsichtig aus der Form lösen.

Kuchen

Zutaten für die Füllung:
etwa 150g Frischkäse
1 Pck. Eszet Schnitten
etwa 150g Erdnussbutter (crunchy)
etwa 100g Marmelade

Zubereitung:
Kuchen in fingerdicke Scheiben schneiden. Jede zweite Scheibe mit Frischkäse bestreichen, Schokoladenscheibe darauflegen, mit Erdnussbutter und Marmelade bestreichen und mit einer Scheibe Kuchen belegen. "Sandwich" diagonal durchschneiden.

Kuchen

Die einzelnen Komponenten ergänzen sich perfekt: Banane, Schokolade und Erdnuss, dazu cremig-salziger Frischkäse und fruchtig-süße Marmelade. Weder das Bananenbrot noch die Füllung sind sehr süß, so lässt sich eine solche Cakewich-Ecke wunderbar zum Picknick, zum Tee oder als Snack genießen.

Sandwich Kuchen

Übrigens: als ich so eine Eszet-Schnitte wieder zu Brot probiert habe, konnte ich gar nicht verstehen, was ich daran so toll fand... wie gut, dass ich neue Verwendung dafür gefunden habe!!! :-)

Eure Christina

15 Februar 2015

Auch an mir ist die neue Lecker Bakery nicht vorübergegangen. Und wieder finde ich sie toll gelungen, sie trifft genau meinen Nerv mit den Orangen-Kuchen und den des Mannes mit den Käsekuchen, ist wieder sehr ansprechend aufgemacht und macht Lust zu blättern und zu backen.
Am Cookie Dough Cheesecake auf Seite 14 bin ich schon beim ersten daumenkinomäßigen Durchblättern hängengeblieben, deshalb fiel die Entscheidung, was zuerst gebacken wird, dieses Mal nicht schwer:

cookie dough cheesecake

Chocolate Cookie Dough Cheesecake
(Lecker Bakery, S.14)

Zutaten für den (Keks-)teig:
100g Zartbitterschokolade
200g Butter
175g Zucker
1 EL Vanillezucker
Prise Salz
1 Ei
300g Mehl
1 TL gehäuft Backpulver

Zubereitung:
Schokolade hacken und die Hälfte im Wasserbad schmelzen. Butter, Zucker und Salz cremig rühren, das Ei zugeben und die Masse kurz aufschlagen. Mehl mit Backpulver mischen und mit der Butter-Zucker-Masse verrühren. Gehackte Schokolade unter den Teig heben. Etwa ein Drittel der Masse abnehmen und beiseite stellen. Unter den Rest die geschmolzene Schokolade rühren. Eine Sprigform mit dem Teig auslegen, dabei einen Rand hochziehen und die Form kalt stellen.

Lecker Bakery

Zutaten für die Käsemasse:
2 Eier
125g Zucker
400g Doppelrahmfrischkäse
200g saure Sahne
2 EL Stärke
außerdem: 30g Zartbitterschokolade, gehackt

Zubereitung:
Eier trennen und Eiweiß mit der Hälfte des Zuckers steifschlagen. Eigelb mit Frischkäse, saurer Sahne, Stärke und restlichem Zucker verrühren, Eiweiß vorsichtig unterheben. Hälfte der Käsemasse auf den vorbereiteten Teigboden geben. Den restlichen Keksteig grob zerpflücken und auf die Käsemasse verteilen, mit restlicher Käsemasse bedecken. Bei 175°C etwa 35min backen, Ofen ausschalten, gehackte Schokolade auf dem Kuchen verteilen und bei leicht geöffneter Ofentür abkühlen lassen.

cookie dough

Die Erwartungen sind hier an alle Rezepte aus der Lecker Bakery recht hoch und ich wurde noch nie wirklich enttäuscht. Auch dieses Mal waren alle Testesser zufrieden, mich hat vor allem die superluftige Käsemasse beeindruckt, die auf der Zunge durch die Teigstückchen unterbrochen wird...

Käsekuchen

Am zweiten Tag fand ich diesen Käsekuchen etwas kompakter, was aber vermutlich nur ein geschulter Gaumen merkt, lecker ist er trotzdem noch!
Ich habe den Kuchen oben mit Orangenschokolade bestreut, die eine liebe Freundin aus Bali mitgebracht hat, das hat dem Ganzen noch eine leicht fruchtige Note gegeben und das Tüpfelchen auf das i gesetzt - Ihr merkt sicher schon: absolute Nachback-Empfehlung!

Habt Ihr schon was aus der aktuellen Lecker Bakery gebacken? Wenn ja, was und wie hat es Euch geschmeckt? Ich bin noch nicht ganz sicher was es als nächstes geben soll...

Eure Christina

08 Februar 2015

Manche Rezepte entstehen bei mir spontan. Eine Idee, die direkt umgesetzt wird. Und was soll ich sagen, es läuft dann einfach. Mit manchen Geistesblitzen gehe ich einige Tage schwanger, bevor sie so konkret werden, dass ich in die Küche gehen und sie umsetzen kann. Bei diesem Rezept war es wieder anders: Ich hatte den Geistesblitz; ich dachte an saftige Orangen, knackige Polenta, eine wunderbar strahlend-leuchtende Farbe, wie Sonnenschein, wenn er morgens die Wolken küsst...
Und dann stieß ich im Netz auf dieses Rezept von Yvette van Boven, das ich auf der Seite von "Valentina's Kochbuch" fand und es machte mich so neugierig, dass ich es ausprobieren musste:

Polenta

Orangen-Polenta-Kuchen

Zutaten für den Teig:
2 Orangen, unbehandelt
Saft einer Zitrone
100g Polenta
100g gemahlene Mandeln
1 EL Vanillezucker
1 TL Backpulver
6 Eier
250g brauner Zucker

Zubereitung:
Die zwei Orangen in einem Topf mit reichlich Wasser eine Stunde lang kochen und abkühlen lassen. Mit dem Zitronensaft pürieren und mit Polenta, Mandeln, Vanillezucker und Backpulver mischen. Eier mit Zucker aufschlagen bis sich eine cremefarbene, luftige Masse ergibt. Orangen-Polenta-Masse vorsichtig unter die Eimasse heben und Teig in eine Springform füllen. Bei 180°C etwa 35-40min backen und weitere 5min ruhen lassen. Kuchen aus der Sprigform lösen und auf ein Kuchengitter stürzen. 

Orangenschale

Zutaten für den Belag:
3 Orangen
2 Blatt Gelatine
100g Aprikosenmarmelade

Zubereitung:
Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Orangen mit einem scharfen Messer so schälen, dass keine weiße Haut mehr sichtbar bleibt. In Scheiben schneiden und den Kuchen damit belegen. Aprikosenmarmelade erwärmen, Gelatine ausdrücken und in der warmen Marmelade auflösen. Orangenscheiben mit der Marmelade bestreichen.

Zitrusfrüchte

Zwei Orangen "mit Haut und Haaren" kochen, pürieren und in den Teig mischen, Yvette, ich ziehe den Hut! Ich habe sie abends gekocht und mit Frischhaltefolie abgedeckt in den Kühlschrank gegeben und die Dinger haben durch die Folie durch den ganzen Kühlschrank aromatisiert!

orange cake

Der Kuchen ist schön saftig und hat wunderbaren Biss. Man kann ihn wunderbar vorbereiten, indem man die Orangen im Voraus kocht, bei der nächsten Gelegenheit den Teig backt und dann nur noch den Belag daraufgibt, wenn der Kuchen benötigt wird. Sind die Orangenscheiben länger drauf, dann weicht der Kuchen durch und wird noch saftiger, ich mochte ihn immer noch sehr gern, aber das ist dann Geschmackssache.

Orangenkuchen

Vor einiger Zeit hatte ich die Möglichkeit einige Fruchtaufstriche von Zuegg zu testen und obwohl bei uns sonst nur selbstgemachte Marmelade auf den Tisch kommt, haben uns sämtliche Sorten überzeugt; hier habe ich die Aprikosenmarmelade zum Einsatz gebracht. Mir gefällt, dass die Marmeladen intensiv nach der entsprechenden Frucht schmecken und gleichzeitig nicht übersüßt und klebrig, sondern schön fruchtig sind. Wenn Ihr so wie ich eine Marmelade mit Stückchen habt, könnt Ihr sie kurz pürieren, dann müsst Ihr sie nicht passieren. :-)

Orangenkuchen

Ich denke ich werde auch mal Zitronen kochen und schauen, was man damit anfangen könnte, da kommen mir schon wieder Ideen... :-) Bei dem Orangen-Polenta-Kuchen jedenfalls steigt einem das fruchtig-herbe Aroma schon beim Anschneiden in die Nase, probiert es mal aus!

Eure Christina

01 Februar 2015

Vor einem Jahr etwa sind wir in unsere neue Wohnung samt neuer Küche gezogen, ich hatte Euch hier die Küche vorgestellt und den Backofen mit diesem Carrot Cocos Cake eingeweiht. Bei diesem Kuchen wurde der Teig mit einer Dose Milchmädchen übergossen und dann noch einige Minuten gebacken, damit er eine Karamellkruste bekommt. Schon damals war klar, dass ich das auch mal bei einem anderen Kuchen testen wollte; jetzt, nach einem ganzen Jahr, ist es soweit: fruchtig-säuerliche Zitronen treffen auf milchiges Karamell und gehen eine unverwechselbare Symbiose ein...

Karamell

Zitronenkuchen mit Karamellguss

Zutaten:
100g weißer Zucker
80g brauner Zucker (Muscovado)
4 Eier
200ml Sahne
1 Zitrone
1 Limette
240g Mehl
3/4 Pck. Backpulver
1 Dose Milchmädchen

Zubereitung:
Zucker, Eier und Sahne dick cremig aufschlagen. Zitrone und Limette waschen, abtrocknen und die Schale abreiben. Frucht jeweils halbieren und aus der halben Zitrone und der halben Limette den Saft auspressen. Die andere Hälfte jeweils in schmale Scheiben schneiden und beiseite stellen. Zitronen- und Limettensaft mit Mehl und Backpulver unter die Ei-Zucker-Masse heben und den Teig in eine Springform füllen. Bei 180°C etwa 40min backen, herausnehmen und mit einem Holzstäbchen mehrmals einstechen. Mit Milchmädchen übergießen und mit den Zitronen- und Limettenscheiben garnieren, im Ofen weitere 15-20min bei Oberhitze backen bis die Kruste goldbraun wird.

Milchmädchen

Je dunkler die obere Schicht, desto karamelliger der Kuchen. Auf jeden Fall hält ihn diese Schicht feucht, darunter ist dieser Sonnenschein fluffig, so wie ich Rührteig am liebsten habe.

Kuchen

Am zweiten Tag habe ich dann mein Kuchenstück spontan noch mit etwas Zitronensaft beträufelt - auch sehr lecker und noch saftiger!

lemon cake

Ich bekomme langsam Lust auf Frühling, da brauche ich immer seltener Schokolade und immer häufiger Frucht - geht es Euch auch so? Regen + Schnee = Schokolade und Karamell, Sonne + Grün = Frucht und luftige Creme? Für die Übergangszeit gibt es nun also Frucht und Karamell, passend zu Schnee mit Sonne! :-) Einen zuckersüßen Sonntag wünsche ich Euch!

Eure Christina

04 Januar 2015

Winterzeit ist Gewürzzeit! 
Ganz grundsätzlich bin ich eher Purist, wo andere Menschen gern noch das Tüpfelchen auf das i setzen: Das Frühstücksei ohne Salz, Milchreis/ Grießbrei ohne Zimt, Tee ohne Milch, Zucker oder Honig; guter Tee braucht im Übrigen auch keinen Zusatz um trinkbar zu werden. Im Sommer reichen mir Salz, Pfeffer und ein paar frische Kräuter, um glücklich zu sein. Im Winter aber, vor allem in der Weihnachtszeit, um den Jahreswechsel und solang es kalt ist, greife ich beherzt in mein Gewürzregal und das nicht nur beim Kochen, sondern auch beim Backen:

Schokokuchen

Gewürz-Schokoladenkuchen mit Nougatkern

Zutaten:
300g Zucker
250g Butter
100ml Milch
3 gehäufte EL Kakao
4 Eier
250g Mehl
1 gehäufter EL Zimt
1 TL Piment
1 TL gemahlener Ingwer
1/2 TL Koriander
Msp. Muskat
12g Backpulver
150g Mandelnougat

Zubereitung:
In einem kleinen Topf Zucker, Butter, Milch und Kakao unter Rühren erwärmen und kurz aufkochen lassen. Gwürze (Zimt, Piment, Ingwer, Koriander, Muskat) unterrühren und beiseite stellen. In einer Rührschüssel Eier kurz aufschlagen und die Schoko-Gewürzmischung unter Rühren zugeben. Mehl und Backpulver mischen und hinzufügen. Kurz aufschlagen und in eine Guglhupfform füllen. Nougat in etwa 2 x 2cm große Würfel hacken und diese auf den Teig verteilen. Bei 180°C im vorgeheizten Ofen backen, abkühlen lassen und aus der Form stürzen, mit etwas Puderzucker bestreuen.

Mandelnougat

Das Mandelnougat habe ich von Jessi ("Luxuria") bekommen und ich finde es so viel leckerer als Haselnussnougat! Solltet Ihr keines bekommen, funktioniert es natürlich auch mit letzterem und passt farblich sicher auch gut. Was ich besonders toll finde: Der Kuchen ist schön fluffig-flaumig und das Nougat bleibt leicht flüssig, wenn man hineinbeißt, zergeht es sofort auf der Zunge... 

Weihnachtlicher Schokokuchen

Ich glaube mehr muss ich dazu nicht schreiben, oder? Alle Schokoholics und Nougatliebhaber sollten die Botschaft verstanden haben: BAAACKEN!!! JEEETZT!!! :-D

Nougat Gewürze

Dann möchte ich Euch auf jeden Fall noch ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2015 wünschen und mich für Eure Treue bedanken! Christina's Catchy Cakes ist an Neujahr still und heimlich 3 Jahre alt geworden und ich freue mich seeehr, dass Du, genau Du gerade an Deinem Handy, Tablet oder Laptop sitzt und diesen Post liest! Vielen Dank dafür!

Eure Christina

30 November 2014

Mich erinnert der Geschmack von gezuckerter Kondensmilch immer an Kindheit. Ich habe kein konkretes Bild vor mir, nicht etwa die Oma, die die Schüssel ausschlecken lässt oder so. Einfach Kindheit. Zum Advent, wenn die Tage kürzer werden, man besinnlich wird und sich daheim einkuschelt erinnere ich mich gern an meine Kindheit. Wenn ich dem Begriff "Kindheit" einen Geschmack zuordnen müsste, wäre es der von gezuckerter Kondensmilch. Ich liebe diesen Geschmack total und könnte die ganze Dose auslöffeln! Logisch, dass ich dann diese lateinamerikanische Köstlichkeit ausprobieren musste!

dulce de leche

Pastel de tres leches

Zutaten für den Teig:
3 Eier
100g Zucker
65g Mehl
1 TL Backpulver
70ml Sahne

Zubereitung:
Eier trennen und Eiweiß mit Zucker sehr steif schlagen. Eigelbe einzeln hinzufügen und weiterschlagen. Mehl mit Backpulver mischen und mit der Sahne auf niedrigster Stufe unter den Teig rühren. In eine Backform (etwa 20 x 20cm) geben und bei 180°C backen bis der Kuchen goldbraun ist.

Zutaten für den Guss:
130ml Sahne (restlicher Becher)
160ml Kondensmilch
160ml gezuckerte Kondensmilch (halbe Dose Milchmädchen)

Zubereitung:
Alle Zutaten für ein paar Minuten aufschlagen und gleichmäßig über den kurz abgekühlten Kuchen geben. Kuchen kalt stellen (am besten über Nacht) bis der Guss aufgesogen und nur eine leichte Cremeschicht darauf ist. Vor dem Servieren mit etwas Zimt bestäuben und in kleine Quadrate schneiden. 


Kuchen mit drei Sorten Milch

So direkt aus dem Kühlschrank schmeckt mir dieser Kuchen am besten, dann ist er saftig und nicht zu süß. Weil er getränkt ist, trocknet er auch am zweiten oder dritten Tag nicht aus und uns hat er auch noch am vierten Tag gut geschmeckt, wegen der Sahne würde ich ihn da aber keinem Besuch mehr anbieten! ;-) Er eignet sich damit wunderbar für die anstehenden Festtage, an denen man nicht ewig in der Küche stehen möchte, aber so ein Backup aus dem Kühlschrank nie schaden kann! :-)


Übrigens: neun Testesser hatte ich für diesen Kuchen und acht waren hell begeistert, das Söhnchen konnte ich nicht überzeugen. Ich finde das spricht für sich, immerhin hat der Sohnemann mittlerweile einen sehr geschulten, kritischen Gaumen, da kann man nicht mit allem ankommen! ;-)


Vielleicht geht es ihm trotzdem mal wie mir, dass er gezuckerte Kondensmilch mit seiner eigenen Kindheit verbindet, wer weiß? Welcher Geschmack erinnert Euch daran, wie Ihr Kinder wart? Vielleicht auch in Verbindung mit der Adventszeit?

Eure Christina

03 Oktober 2014

Unseren Sommerurlaub haben wir dieses Jahr auf Sardinien verbracht. Ein paar Tage lang haben wir uns offline-Leben mitten in der Pampa auf einem Bed&Breakfast Bauernhof oder agriturismo gegönnt. Jeden Morgen erwarteten uns selbstgebackene Kekse und Kuchen zum Frühstück, was für ein Luxus! Ein Kuchen schmeckte uns besonders gut, weil er für einen Rührkuchen sehr saftig war und trotzdem flaumig, da habe ich mir das Rezept geben lassen:


Ricotta-Kuchen

Zutaten:
200g Zucker
1 EL Vanillezucker
50g Butter
2 Eier
250g Ricotta
200g Mehl
1-2EL Kakao
1 Prise Salz
1 Pck. Backpulver

Zubereitung:
Zucker mit Butter dick cremig aufschlagen, Ricotta und Eier zugeben. Mehl mit Kakao, Salz und Backpulver mischen und unterrühren, in eine Guglhupfform geben und bei 180°C backen.


Bei diesem Rezept kann ich bedenkenlos sagen: geht schnell, macht nicht viel Mühe, bis auf Ricotta hat man eigentlich alle Zutaten im Haus und kann sofort loslegen. Außerdem schmeckt er auch am nächsten Tag noch richtig lecker, weil er schön saftig ist. 



Ich möchte ihn auf jeden Fall auch mal ohne Kakao probieren und vielleicht mit Zitrone oder Limette aromatisieren, das stelle ich mir auch sehr lecker vor!


Wie konserviert Ihr Urlaubserinnerungen? Bei mir ist das fast immer kulinarischer Natur: ich bringe typische Süßigkeiten oder Käse mit, dieses Mal waren auch Würste ("salsiccia") dabei und wenn wir dann wieder zuhause sind, schwelgen wir in Urlaubserinnerungen und essen nochmal das, was uns dort so geschmeckt hat... 
Interessiert Euch ein ausführlicherer Reisebericht? Oder seid Ihr schon im Herbst angekommen?

Eure Christina

24 April 2014

Habt Ihr schon mal etwas Grünes gegessen? Klaaar, Salat. Oder: Spinat, Pesto, Bärlauch, Kräuter, Frühlingszwiebeln und und und...
Habt Ihr auch schon mal grünen Kuchen gegessen? Gar nicht mehr so klar. Also ich hatte jedenfalls bisher noch keinen grünen Kuchen gegessen und fühlte mich ein bisschen an das "Pistazieneis" aus "Cars 2" erinnert, das sich dann als Wasabi entpuppte... Grüner Kuchen? Süß? Das musste ich unbedingt mal probieren und heraus kam diese Leckerei:

Limette Kuchen

Avocado-Kuchen mit einem Hauch Limette
Zutaten für den Teig:
200g Butter
200g Zucker
1 EL Vanillezucker
Prise Salz
4 Eier
2 kleine, reife Avocados (etwa 250g Fruchtfleisch)
350g Mehl
50g Mandeln, gemahlen
1 Pck. Backpulver
50ml Milch

Zubereitung:
Butter mit Zucker und Salz cremig schlagen, Eier nach und nach unterrühren. Avocados längs halbieren, öffnen, den Kern herausholen und das Fruchtfleisch herauslöffeln, sofort unter den Teig rühren bis es sich zu einer homogenen Masse verbindet. Mehl mit Mandeln und Backpulver mischen, mit der Milch unter den Teig heben. In zwei kleine oder eine große Kastenform geben und bei 180°C backen.


Zutaten für den Guss:
1 unbehandelte Limette
Puderzucker

Zubereitung:
Schale der Limette mit einer feinen Raspel abreiben, dann halbieren und den Saft auspressen. Den Abrieb beiseite stellen, den Limettensaft mit dem Puderzucker (etwa 150g) zu einem dickflüssigen Guss anrühren und über den Kuchen geben, mit Limettenabrieb garnieren.


Gefunden habe ich das Rezept auf lecker.de und habe es etwa so gemacht, wie die sich das gedacht hatten. Es kommt ein flaumig-samtiger Kuchen heraus, der einfach nach Kuchen und gar nicht unbedingt nach Avocado schmeckt, aber diese Konsistenz hat es mir schwer angetan muss ich sagen! Der Geschmack bewegt sich irgendwo zwischen Zitrusfrucht und Nüssen, eine leckere Kombination! Sowohl bei unserem Besuch als auch im Büro und unter uns kam der Kuchen sehr gut an und ich wurde inspiriert, in den nächsten Schokoladenkuchen auch mal eine Avocado zu mogeln, wenn sie für so eine tolle Konsistenz sorgt... Wie steht Ihr denn zu grünem Kuchen???

Eure Christina