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07 Mai 2017

Kürzlich waren wir ein paar Tage im Elsass unterwegs. Für mich als absoluter Genussmensch ist das Essen eine der wichtigsten Facetten im Urlaub - ich möchte typische Spezialitäten probieren, genieße es, Orte zu erkunden, an denen sich Einheimische aufhalten und suche nicht die Brezel und die Bildzeitung im Ausland.
Ein Schlüsselerlebnis aus dem Urlaub auf Fuerteventura: wir sitzen im Restaurant des Hotels, ein älteres Pärchen, offensichtlich frisch eingetroffen, bedient sich am reichhaltigen Buffet, bestellt jeweils ein Glas Wein und setzt sich an den Nachbartisch. Er hebt das Glas und prostet seiner Frau zu, mit den Worten "wie sagt man hier? Jia mas!" - Sie stimmt zu, stochert in ihrem Salat in einer weißen Creme und meint "Tzatziki habe ich auch gefunden!" Ich war fassungslos, wie man sich um 4000-5000km verschätzen konnte - oder eher: wie man sich so wenig für die (Ess-)Kultur des Urlaubslandes interessieren konnte!

Für Euch habe ich ein paar Eindrücke aus Restaurants und Cafés zwischen der Schweiz, Frankreich und Deutschland gesammelt und zusammengetragen:


Weißes Kreuz, Schlüsselstr. 8, 79395 Neuenburg am Rhein, Deutschland
gutbürgerliche Küche mit Wein aus eigenem Anbau und Hausbrennerei
gegessen: Schweinemedaillons mit Calvados-Rahm und Spätzle, vorweg einen gemischten Salat
Service: sehr aufmerksam, zuvorkommend, präsent und gleichzeitig zurückhaltend, unheimlich sympathisch
Fazit: das Essen war reichhaltig und sehr lecker, auch wenn meine Medaillons etwas früher aus der Pfanne hätten kommen können. Der Service hat das zweifelsohne wett gemacht. Der Salat hat keine Wünsche offen gelassen, von Karottensalat mit etwas Meerrettich, über Krautsalat mit Speck bis Selleriesalat mit verschiedenen Blattsalaten war alles dabei! Der Wein war sehr gut gewählt und lecker, das Preis-Leistungs-Verhältnis war gut bis sehr gut.


Crêperie am Kohlenberg, Kohlenberg 8, 4051 Basel, Schweiz
Crêpes süß & salzig in shabby vintage Ambiente mit Geschenk- und Vintageboutique in der 1. Etage
gegessen: Crêpe mit Nutella und Bananen
Service: freundlich und aufmerksam
Fazit: die Crêpes werden sehr liebevoll angerichtet und der riesige Papiervorhang, der als Gästebuch dient, zeugt davon, wie viele Menschen hier schon glücklich wurden. Die Einrichtung ist zuckersüß mit viel Liebe zum Detail, dennoch finde ich 10€ für ein Crêpe total überzogen. Generell ist das Preisniveau in der Schweiz aber ein anderes.



Eiscafé Acero, Rheingasse 13, 4058 Basel, Schweiz
alternatives Café mit Eis, Waffeln, Mezze und Salaten, alles hausgemacht
gegessen: Tonkabohnen- und Pistazien-Eis, Rooibos-Tee dazu getrunken
Service: freundlich und sympathisch
Fazit: von außen nicht sichtbar ist der kleine Innenhof mit Brunnen, in dem man gemütlich sitzen und das leckere, geschmacksintensive Eis genießen kann. Es steckt viel Herzblut in diesem Kaffee, das merkt man den Mädels an. Das Preisniveau ist typisch: 4€ für ein kleines Eis, 6,50€ für eine Kanne Tee.


L'Escale Gourmande, 2 rue de la Gare, 68110 Illzach, Frankreich
französisch-elsässische Küche, Fokus auf Crêpes
gegessen: Galettes de sarrasin au blé noir (Buchweizenpfannkuchen) "Cocotte" mit Hähnchen, Champignons, Emmentaler und Ei, Crêpe caramel au beurre salé (Salzkaramell)
Service: aufmerksam und zuvorkommend, sehr flexibel und auch offen für Wünsche außerhalb der Karte, sympathisch
Fazit: ansprechendes, modernes Ambiente, leckeres Essen mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis und sehr nettem Service.


Boulangerie Claude Kraetz, 6 Place Jeanne d'Arc, 68000 Colmar, Frankreich
französische, traditionelle Bäckerei/ Konditorei, mehrfach ausgezeichnet
gegessen: Croissant, Moelleux au chocolat, Tartellette aux fraises
Service: sehr aufmerksam, bemüht uns jeden Wunsch zu erfüllen, sehr sympathisch und geduldig, trotz des großen Andrangs
Fazit: das Croissant kam frisch aus dem Ofen und war das beste, das ich je probiert habe. Das Schokoladenküchlein hatte Schokoladenstückchen, eine Masse, die von der Konsistenz an Nougat erinnert hat und war genau das richtige für den Schokoladensüchtigen auf der Suche nach dem Goldenen Schuss. Das Erdbeertörtchen hat der Mann verspeist und war sehr angetan, Preis-Leistungsverhältnis sehr fair und absolut empfehlenswert.


Jacques Bockel, Planet Chocolate, u.a. in der Rue des Serruriers in Colmar, Frankreich
Schokoladenmanufaktur mit 9 Verkaufsstellen im Elsass
gegessen: diverse Pralinen aus dem reichhaltigen Angebot
Service: zuvorkommend, auskunftsfreudig und hilfsbereit
Fazit: ein schier endloses, vielfältiges Angebot an Schokoladenprodukten in verschiedensten Motiven (Herrenhemden, Oldtimer, Holzstifte, Champagnergläser, Handys, ...), Pralinen, Schokoladen(-tafeln) und einer elsässischen Nuss-Nougat-Creme mit verschiedenen Schokoladenanteilen, eine Fundgrube für leckere Geschenkideen.


Marché Couvert, Markthalle, 13 Rue des Écoles, 68000 Colmar, Frankreich
kleine, übersichtliche Markthalle mit zahlreichen Gelegenheiten für ein kleines Mittagessen
gegessen: ein Stück Quiche mit Munster (Käse) und Salat
Service: freundlich und sympathisch
Fazit: für einen schnellen Snack absolut geeignet, Preis-Leistungsverhältnis sehr fair


Patisserie Gilg, 60 Grand Rue, 68000 Colmar, Frankreich
Patisserie (Konditorei) in der dritten Generation
gegessen: diverse Macarons und ein Walnuss-Himbeer-Törtchen
Service: lediglich Verkauf ohne Sitzgelegenheiten, keine Aussage möglich
Fazit: was die Macarons angeht konnte Gilg nicht mit meinem persönlichen Favoriten mithalten, sie waren aber sehr gut, keine Frage. Das Törtchen war der blanke Wahnsinn, ich finde kaum Worte das zu beschreiben und wenn ich im Nachhinein daran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen.


Goldener Engel, Münsterplatz 14, 79098 Freiburg im Breisgau, Deutschland
Badisches Restaurant mit gut bürgerlicher Karte
gegessen: Linsen mit Spätzle, Kalbsgulasch mit Spätzle, warmer Schokoladenkuchen mit Vanilleeis
Service: freundlich, offen für Sonderwünsche, trotz vollem Restaurant
Fazit: dass so viele Engel in allen Varianten auf so kleinen Raum passen hätte ich nicht erwartet. Die Wartezeit haben wir damit überbrückt uns in dem kleinen Restaurant umzusehen. Zuckersüß: die Tische für zwei Personen sind in Nischen in der Seitenwand. Insgesamt sehr warmes, einladendes Ambiente. Das Essen war lecker, sowohl die Linsen als auch das Gulasch schmeckbar selbstgemacht, das Preis-Leistungsverhältnis absolut in Ordnung, erst recht so zentral auf dem Münsterplatz.

Meine besonderen Empfehlungen als Naschkatze sind zweifelsohne die Bäckerei Claude Kraetz und die Konditorei Gilg in Colmar, beide sind mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben.
Wie macht Ihr es im Urlaub? Sucht Ihr das Gewohnte oder das Unbekannte? Recherchiert Ihr im Vorfeld oder lasst Ihr Euch treiben? Woran erkennt Ihr eine gute Location?

Eure Christina

24 Januar 2016

Wir werfen pro Sekunde (!!!) 313kg Lebensmittel weg.
Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel das ist: etwa 417 Leibe Brot, 1252 Päckchen Butter oder 125 kleine Säcke Kartoffeln - das landet hier in Deutschland jede Sekunde im Müll! Bis Ihr bis hierher gelesen habt, sind statistisch gesehen etwa 5300kg Lebensmittel weggeworfen worden, so viel wie etwa fünf Kleinwagen wiegen...

Scheiterhaufen

Hier habe ich einen leckeren Auflauf für Euch, den die Omas mal "erfunden" haben, um altes Brot oder alten Hefezopf zu verwerten - mit ein paar Himbeerchen aufgemotzt ist der so lecker, dass man fast absichtlich das Brot und den Hefezopf im Brotkasten vergessen möchte... :-)

Äpfel

Brotauflauf "Ofenschlupfer"

Zutaten:
alte Brötchen/ Hefezopf (etwa 250g)
4 Eier
200ml Sahne
200ml Milch
2 EL Vanillezucker
2 EL Zucker
3 Äpfel
150g Himbeeren (TK)
50g gehobelte Mandeln
1 TL brauner Zucker

Zubereitung:
Gebäck in 1cm dicke Scheiben schneiden. Eier mit Sahne, Milch und Zucker verquirlen. Äpfel schälen und vom Kernhaus befreien, in Spalten schneiden. Brotscheiben kurz in der Eiermilch wenden und eine gefettete Auflaufform auslegen. Mit einer Schicht Apfelspalten belegen und die Hälfte der Himbeeren darauf verteilen. Eine weitere Schicht Brot, Äpfel und Himbeeren in die Form geben und mit einer letzten Schicht Brot abschließen. Den Rest Eiermilch darüber gießen, mit Mandeln und braunem Zucker bestreuen. Bei 180°C etwa 45min backen.

Brotauflauf

Ich gehöre zu keinem der "no-waste"-Haushalte; ich bewundere sie, aber ich konsumiere auch gern, das gebe ich zu. Allerdings verstehe ich nicht, wie wir so wenig Vertrauen in unsere Sinne haben und uns lieber auf ein vom Hersteller aufgedrucktes Datum verlassen - wohl wissend, dass dieser ein erhebliches Interesse daran hat, seine Produkte zu verkaufen, möglichst häufig. Auch vergessen wir dabei, dass es sich hierbei um das MINDESThaltbarkeitsdatum handelt - das Lebensmittel hält MINDESTENS so lang - vielleicht aber auch noch deutlich länger! Wenn es aussieht wie immer, riecht wie immer und schmeckt wie immer - was soll dann damit sein???


Resteverwertung ist nicht aufwändig, spart Zeit und Geld und ist eine Frage von Kreativität, lasst lieber nochmal Eure Phantasie auf eine kulinarische Reise gehen bevor Ihr nächstes Mal ein Lebensmittel wegwerft! Im besten Fall habt Ihr am Ende so einen köstlichen süßen Auflauf mit säuerlich-fruchtigen Himbeeren und knusprigen Mandeln - Ofenschlupfer eben, wie wir hier in Süddeutschland sagen.

Eure Christina

27 Dezember 2015

Hattet Ihr schöne, erholsame, harmonische, besinnliche Feiertage? Ich wünsche es Euch von ganzem Herzen! Hier musste ein bisschen umdisponiert werden, nachdem ich mich am ersten Weihnachtstag mittags ins Bett verabschiedet habe und erst seit heute wieder unter den Lebendigen weile, aber sonst war es wirklich schön!
Heute habe ich ein einfaches Rezept für Euch, das meiner Meinung nach nicht unbedingt in die Vorweihnachtszeit gehört. Diese Kugeln sind mir mehrfach auf Pinterest begegnet, häufig mit dem Hinweis "diese Plätzchen MUSS man unbedingt gebacken haben!" also standen sie seit einer Weile auf der "to-bake-Liste". Ich sehe sie eher in der Kategorie "winterliches Kaffeegebäck" und nicht zwingend als Plätzchen, aber einen immer leerer werdenden Plätzchenteller füllen sie natürlich auch gut! :-) Das Rezept dafür habe ich bei "living at home" gefunden und es ausnahmsweise nicht wirklich verändert:

Schokoladenkekse

Schoko-Schnee-Kugeln

Zutaten für 25 Stück:
100g Zartbitter-Kuvertüre
50g Butter
60g Zucker
1 Ei
1 Eigelb
100g Mehl
1 EL Kakao
1/4 TL Backpulver
Salz
1 TL gemahlener Zimt
Mark einer Vanilleschote
60g Puderzucker zum Wälzen

Zubereitung:
Kuvertüre hacken und mit der Butter im Wasserbad schmelzen. Eigelb, Ei und Zucker verrühren, unter Rühren die geschmolzene Kuvertüre zugeben. Mehl mit Kakao, Backpulver, Salz und Gewürzen mischen und unterrühren, Masse kalt stellen bis sie fest ist (1,5-2h). Mit einem Teelöffel walnussgroße Portionen abstechen, zu Kugeln rollen und in sehr viel Puderzucker wälzen. Auf einem Blech mit etwas Abstand anordnen und bei 170°C im vorgeheizten Ofen 14min backen.

einfaches Gebäck

Einen einzigen Kritikpunkt habe ich: 25 Stück sind zu wenig!!! Ansonsten sehen diese kleinen Teilchen so schneeweiß mit Kratern einfach zauberhaft aus! Sie haben eine schöne Kruste und sind innen butterweich und superschokoladig! Wenn Ihr das lest und nicht sofort in die Küche rennt, weiß ich auch nicht... :-D 

Bruchschokolade

Ist Euer Weihnachtsgebäck aufgebraucht oder seid Ihr noch am Resteessen? Bei uns leert es sich spürbar, Plätzchen gibt es keine mehr, nur noch Weihnachtsmänner, die im Vorbeigehen genascht werden und ein paar letzte Lebkuchen...

Eure Christina

29 November 2015

Ich liebe Baumkuchen. Irgendwie saftig und gleichzeitig knusprig-mürbe, zarte Röstaromen, karamellig-fein, mit einem Hauch Bittermandelaroma, ... In der Weihnachtszeit esse ich am liebsten Elisen-Lebkuchen und Baumkuchen! Bisher hatte ich den noch nie selbst gemacht und ich kann gar nicht sagen warum! Vor aufwändigem Gebäck schrecke ich ja eigentlich nicht zurück... :-)
Als ich dann eine Fotostrecke bei brigitte.de fand, war ich überzeugt: Baumkuchen kann man ganz wunderbar selbst machen!

Weihnachtsgebäck

Baumkuchenspitzen in Mondform

Zutaten für den Teig:
200g weiche Butter
200g Zucker
4 Eier
1 Prise gemahlene Nelken
Schale einer Zitrone
100g geschälte gemahlene Mandeln
100g Mehl
1 Prise Salz

Zubereitung:
Butter mit Zucker einige Minuten lang cremig aufschlagen bis sie fast weiß ist. Eier trennen und die Eigelbe einzeln zugeben, jeweils ganz kurz aufschlagen. Eiweiß sehr steif schlagen. Zitronenschale und Nelken zum Teig geben. Mandeln und Mehl mischen und unter den Teig rühren, den Eischnee in drei Portionen vorsichtig unterheben. Eine Springform mit Backpapier auslegen und etwa 3 EL Teig auf dem Boden verstreichen, im Ofen etwa 3min lang grillen. Herausnehmen und erneut 3 EL Teig vorsichtig auf dem Boden verstreichen, wieder grillen, bis er goldbraun ist.

Zutaten für das Marzipan:
200g Marzipan-Rohmasse
40g Pistazienkerne
30g Puderzucker

Zubereitung:
Pistazien fein mahlen, mit Marzipan und Puderzucker verkneten. In zwei Teile teilen und auf 26cm Durchmesser ausrollen. Ich habe die Form mit einem Tortenring ausgestochen. Nach drei Teigschichten eine Schicht Marzipan in die Springform geben, wieder mit 3 EL Teig bestreichen und wie vorher grillen. Nach weiteren drei Teigschichten wieder eine Schicht Marzipan auf den Teig geben. Weiter fortfahren, bis der Teig aufgebraucht ist.

Halbmonde

Zutaten für den Guss:
100g Aprikosenmarmelade
1 EL Amaretto
300-400g Kuvertüre
1-2 TL Kokosfett

ggf. Farbspray oder gehackte Pistazien für die Deko

Zubereitung:
Aprikosenmarmelade erwärmen und mit Amaretto verrühren, den Kuchen aus der Springform lösen und rundherum mit dem Guss bestreichen, trocknen lassen. Mit einem Kreisausstecher immer leicht versetzt Halbmonde ausstechen, so entsteht sehr wenig Verschnitt. Die Halbmonde mit der Kuvertüre glasieren und mit gehackten Pistazien, Farbspray oder Zuckerperlen dekorieren.

Baumkuchen

Auf der Seite von brigitte.de gibt es hierzu eine Bilderstrecke, die wirklich sehr anschaulich erklärt, wie aus Butter, Eiern, Zucker und Marzipan Baumkuchen-Halbmonde werden.
Mit dem Ergebnis war ich insofern sehr zufrieden, dass die einzelnen Schichten gut erkennbar sind, optisch also absolut das Original (auch wenn das auf dem Foto nicht so gut ersichtlich ist)! Ob Marzipan immer zwischen den Schichten sein muss, darüber lässt sich streiten. Ich mag es sehr gern und es macht den Baumkuchen saftig, also Daumen hoch. So ganz wie das Original ist der selbstgemachte Baumkuchen allerdings nicht, das muss ich zugeben - oder die Frage stellen: welches ist das Original? Der Baumkuchen vom Fließband? Ein superleckeres, ausgefallenes, besonderes Weihnachtsgebäck ist es aber auf jeden Fall - also unbedingt ausprobieren!

Eure Christina

22 Februar 2015

Während ich den Teig für diese kleinen Schönheiten geknetet und kleine Röschen geformt habe, sprudelten in meinem Kopf die Worte für den Blogbeitrag dazu. Genau das liebe ich am Bloggen: ich habe eine Idee, hege und pflege sie, bis sie reif ist, probiere sie dann aus, kann mit meinen Händen arbeiten, die Idee greifbar machen. Dann lasse ich den Kopf arbeiten, spiele mit Worten, Formulierungen, versuche das zu beschreiben, was in meinem Kopf passiert, wenn der Duft aus dem Ofen in meine Nase steigt. Was in meinem Bauch passiert, wenn ich das Gebackene auf der Zunge und in meinem Gaumen spüre, schmecke - wie sinnlich essen doch ist! Und dann spiele ich mit Licht, versuche das, was ich geschmeckt habe auch noch auf einem Bild zu transportieren, damit Euch das Wasser im Mund zusammenläuft und Ihr sofort Lust habt, in die Küche zu gehen und meine Beschreibung auch für Euch greifbar zu machen...


Ricotta-Rosen

Zutaten für den Teig:
150ml Mandelmilch
1 EL Vanillezucker
Schale einer Zitrone
1/2 Würfel Hefe
Prise Salz
2 Eier
450g Mehl
30g Butter, zerlassen

Zubereitung:
Mandelmilch, Zucker, Zitronenschale, Hefe und Salz in einem kleinen Topf unter Rühren erwärmen bis die Hefe sich aufgelöst hat. In einer Schüssel mit Mehl, Eiern und Butter zu einem glatten Teig verkneten. Dann die Füllung zubereiten.


Zutaten für die Füllung:
250g Ricotta
1 Ei
1-2 EL Vanillezucker

Zubereitung:
Mit bemehlten Händen aus dem Teig Kugeln zu je etwa 30g formen. Kugeln etwa handgroß ausrollen und sechsmal einschneiden (auf 12, 2, 4, 6, 8 und 10 Uhr). Einen Teelöffel Füllung in die Mitte geben und drei Blütenblätter (immer jedes zweite) in die Mitte legen, dabei darauf achten, dass die rechte Kante des Blütenblattes immer unter der vorherigen liegt (siehe Bild). Mit den äußeren Blütenblättern ebenso verfahren. Die Röschen auf einem Blech anordnen und zugedeckt etwa 20-30min gehen lassen, in der Zwischenzeit den Ofen auf 180°C vorheizen. Etwa 20-30min backen bis die Röschen goldgelb sind und nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben.


Ich habe immer die Mandelmilch von alpro im Kühlschrank, die schmeckt uns sehr gut und ist eine gute Alternative zu Kuhmilch. Kuhmilch kaufe ich immer recht knapp ein, weil sich die nicht homogenisierte, nicht hocherhitzte Milch nicht besonders lang hält. Wenn dann mal keine Milch im Kühlschrank ist, greifen wir einfach zu Mandelmilch. Da sie relativ süß ist, habe ich den Zuckergehalt im Teig reduziert. Wenn Ihr normale Milch verwenden wollt, solltet Ihr die Zuckermenge auf zwei Esslöffel Vanillezucker erhöhen.


Nicht nur der Teig, auch die Füllung sind nicht sehr süß. Die Naschkatzen unter Euch können kräftig Puderzucker streuen oder einen Zuckerguss darübergeben - dann allerdings sieht man die zauberhaften Blütenblätter nicht mehr?! Ich möchte Euch ermutigen, sie einfach mal so zu probieren! Zum Brunch oder als Teegebäck kann ich sie mir sehr gut vorstellen. Unter einer knusprigen Kruste verbergen sich luftig-lockerer Teig und cremige Füllung, das Zitronenaroma verbreitet sich im Gaumen und gibt eine frische Note. Wie immer bei Hefeteig schmecken auch diese Teilchen am allerbesten, wenn sie frisch sind. Am zweiten Tag werden sie etwas trockener, backt sie nochmal auf, dann sind sie wie neu! :-)

Na??? Ziel erreicht? Geht Ihr jetzt sofort in die Küche? ;-)

Eure Christina

20 April 2014

Tsou...was???
Tsoureki, oder im Plural Tsourekia sind das traditionelle, griechische Ostergebäck, das es eigentlich in jedem griechischen Haushalt an diesen Tagen gibt. Es ist ein Hefeteig mit (orientalischen) Gewürzen, der meist mit ganzen, geschälten Mandeln garniert ist. Aus demselben Teig macht man an Silvester die Vasilopita, in der eine Münze versteckt wird, dazu habe ich mal ganz am Anfang meines Bloggerdaseins etwas geschrieben *Vasilopita*
Für den mitteleuropäischen Gaumen ist der Geschmack vielleicht etwas ungewöhnlich, weil die Mischung aus Orange, Kardamom und Mahlab, dem Keimling aus dem Kern der Felsenkirsche, hier überhaupt nicht gängig ist, trotzdem hat es bisher allen geschmeckt, die das Gebäck bei uns probiert haben.

ostergebäck
 
Tsourekia (griechisches Ostergebäck)

Zutaten:
330ml Milch
160g Zucker
1 EL Vanillezucker
Prise Salz
30g frische Hefe
45g Butter
130ml Sahne
2 Eier
etwa 1kg Mehl
Abrieb einer unbehandelten Orange
1 EL gestr. Kardamom
1 EL gestr. Mahlab

Zubereitung:
Milch mit Zucker, Salz und Hefe in einem kleinen Topf erwärmen und Hefe auflösen. Ein halbes Kilo Mehl in die Schüssel geben, Hefemilch zugeben. Im selben Topf Butter mit Sahne erwärmen. Mit etwas Mehl zur restlichen Mischung geben und verkneten. Eier zugeben und restliches Mehl mit der Orange und den Gewürzen mischen, nach und nach zugeben und zu einem glatten Teig kneten. Etwa 2-3 Stunden  an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen. 
Teig kurz durchkneten und entweder Zöpfe, Kränze oder Knoten daraus formen, erneut gehen lassen bis sie etwa doppelt so groß geworden sind. Mit Eigelb bestreichen und mit Mandeln (und Hagelzucker) garnieren. Bei 180°C backen bis sie goldbraun sind.

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Ich habe aus der obigen Menge drei etwa 25cm lange Zöpfe und 8 kleine Knoten herausbekommen, weil ich viele verschenke war das genau die richtige Menge für uns, Ihr könnt sie aber auch nochmal halbieren oder die fertigen Knoten einfrieren und zum Sonntagsfrühstück aufbacken.

orientalisch

Ich verbinde mit diesem Gebäck einfach Familie, Tradition, Feiertage und Feste, aber auch wenn ich den Geschmack versuche objektiv und nicht nostalgisch zu betrachten, so ist es ein unverwechselbarer, besonderer und nicht vergleichbar mit einem klassischen Hefegebäck, probiert es mal aus! 
Ich wünsche Euch zwei schöne, sonnige Ostertage im Kreis Eurer Liebsten!

Eure Christina

21 Februar 2014

Dieses Monkey Bread aus der Lecker Bakery ist mir von Anfang an aufgefallen und ich wollte es ganz bald nachbacken. Dann kam der Sonntagnachmittag, an dem das Kind sich langweilte und wir eine süße Kleinigkeit für einen verfrühten Fernsehabend brauchen konnten...
Also haben wir erst den Hefeteig angesetzt und kamen dann zu dem Teil, den wohl alle Kinder lieben werden: kleine Kugeln formen und in Butter und Zucker wälzen - endlich "legal" mit Essen spielen! :-)


Monkey Bread
Zutaten für den Teig:
250ml Milch
1 Würfel Hefe
500g Mehl
75g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 Ei
Prise Salz
75g Butter

außerdem:
75g Butter
150g brauner Zucker

Milch erwärmen und Hefe darin auflösen, Zucker und Salz zugeben und verrühren. Mehl in eine Schüssel geben und Hefemilch hineingießen. Ei dazugeben und verkneten. Zuletzt Butter in Flöckchen hinzufügen und zu einer glatten Kugel kneten. Zugedeckt an einem warmen Ort etwa 45min gehen lassen.
Teig kurz durchkneten und kleine Kugeln (etwa walnussgroß) daraus formen. Butter etwas erwärmen und die Kugeln darin wenden, dann im Zucker wälzen. In eine Guglhupfform legen. Zudecken und nochmal 20min gehen lassen. Bei 200°C etwa 30-35min backen. In der Form etwas abkühlen lassen, dann stürzen.

Zutaten für den Guss:
120g Puderzucker
2 EL Zitronensaft

Zubereitung:
Wenn das Monkey Bread vollständig erkaltet ist, den Guss aus Zucker und Zitronensaft anrühren. In Streifen auf dem Gebäck verteilen und trocknen lassen.


Ich finde, dass dieses wunderbare Gebäck schon mal rein optisch richtig viel hermacht - oder? Ich habe mich regelrecht verliebt in dieses braune Muster, das auf jedem Kuchenstück ein klein wenig anders aussieht... 


Der Geschmack: Nun, klassisches Hefegebäck - erst mal. Die Sache steht und fällt natürlich mit einem flaumigen Teig, für den bei mir die Kitty zuständig ist. Dann ein wenig karamellig innen und mit knuspriger Kruste außen - ziemlich lecker!


Muss ich noch mehr sagen? Es ist lecker, süß, aber nicht zu süß, ich könnte es mir gut zum Brunch oder zu einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück vorstellen - Alternative: zum Kaffee mit der besten Freundin! :-)

Eure Christina

28 August 2013

Eeeeendlich! Endlich geht es mit der Backweltreise weiter! Die Zeit rennt momentan wie verrückt, die Sommerferien sind fast wieder vorbei, der Sommer verabschiedet sich so langsam und ich schulde Euch noch die Station von Juli! Nachdem im Juni die USA auf dem Reiseplan standen, geht es weiter gen Westen, an das andere Ende der Welt... nach China!


Dieses Mal fiel mir die Recherche besonders schwer und wenn ich das richtig verstanden habe, dann sind süße Gebäcke gar nicht von so großer Bedeutung in der chinesischen Küche, außer eben als Gastgeschenk. Nachdem all das, was ich so an Gebäcken fand, eher gekauft wird, habe ich mich an eine liebe Tortenfreundin gewandt, die Deutsche ist, aber schon seit Jahren in Shanghai lebt und sie hat mir dieses Rezept verlinkt: *klick*

13 Juli 2013

Diesen Satz hört man so oder so ähnlich oft von mir. Das Besondere daran ist, dass ich "Kaffeeklatsch" für ein völlig veraltetes Wort halte, das mich an Wohnzimmerwand, Spitzendeckchen, leicht muffigen "Omageruch" und altbackenes Geschirr erinnert, trotzdem verwende ich es regelmäßig, weil ich mit meiner Mama grundsätzlich "Kaffeeklatsch" mache, so nennen wir das. Das zweite Besondere an "komm zum Kaffeeklatsch"? Ich lade Leute zum Kaffee ein, trinke mit ihnen aber nie Kaffee. Sehr gern einen Tee, im Sommer vielleicht auch eine Bananen- oder Vanillemilch, einen Fruchtsaft oder irgendetwas anderes, aber niemals einen Kaffee, in keiner Variation.

Vielleicht hat das Buch, das ich Euch heute vorstelle, deswegen so gut zu mir gepasst. Vielleicht waren es aber auch einfach die wunderschöne Aufmachung, die Vielseitigkeit, die vielen Rezepte für jede Saison, die kleinen Bastelideen oder die ansprechenden Fotos...

25 Juni 2013

Am Sonntag haben wir den Geburtstag unseres Sohnes im Kreis der Familie gefeiert. Seit ich Candy Bars / Dessert Tables / Sweet Tables (oder wie auch immer man sie nennen möchte) kenne, mache ich zu diesem Anlass ein solches Buffet, weil ich es unheimlich schön finde, wenn alles so ansprechend präsentiert wird.
Dieses Jahr hatte sich der kleine Mann für eine Detektiv-/ Agentenparty entschieden, so wurde das Buffet schwarz, weiß und rot mit Fingerabdrücken.


14 Juni 2013

Für den spontanen Besuch habe ich immer eine Rolle Blätterteig im Kühlschrank. Dass ich daraus gern verschiedenste Blätterteigschnecken backe, habe ich Euch schon mal erzählt und einige Variationen vorgestellt: *klick*
Gestern kam meine Freundin und ich hatte keine Lust auf Schnecken, also habe ich kleine Überraschungspäckchen gebacken. Überraschung deshalb, weil ich Marmelade aufgebraucht habe, die schon länger im Kühlschrank stand und es so verschiedene Füllungen gab, man aber oft nicht wusste, in welche man gleich hineinbeißt! :-)


07 Juni 2013

Kürzlich war ich bei einer Freundin eingeladen und war am Überlegen was ich Leckeres mitbringen könnte... In meiner Ratlosigkeit blätterte ich die drei Ausgaben der Lecker Bakery durch, bis ich in der aktuellsten über den Hefezopf mit Pflaumenmus stolperte. Hatte ich da nicht noch einen angefangenen Becher im Kühlschrank? Perfekte Resteverwertung also! Der Hefezopf ist so super angekommen, dass ich ihn unbedingt mit Euch teilen möchte!


01 Juni 2013

Nachdem wir hier gestern die 1000 Likes gefeiert haben, musste die Backweltreise um einen Tag verschoben werden. Heute will ich aber mit Euch nach Mexiko weiterfliegen! :-)
Von Mexiko hört man am häufigsten im Zusammenhang mit der Einwanderungspolitik der USA und der Drogenkriege; dabei geht unter, was für ein vielseitiges Land Mexiko ist, sei es was sein Klima angeht, aber auch seine Geologie. Mexiko ist einerseits von der Kolonialisierung geprägt und man findet dort viele (kulinarische) Parallelen zu Spanien, andererseits aber auch noch sehr stark von der ursprünglichen südamerikanischen Kultur und genau nach einem solchen ursprünglichen Rezept habe ich gesucht:


30 April 2013

Olà do Brasil!
Etwa 10.000km von uns entfernt liegt Brasilien, ein Land, in das ganz Europa hineinpasst! Es grenzt an alle südamerikanischen Länder bis auf Chile und Ecuador und bietet eine unendliche Vielfalt, sowohl im Tier- und Pflanzenreich, als auch in seiner Bevölkerung, die in unberührten Gebieten am Amazonas und in industriellen Metropolen wie Rio de Janeiro lebt, in Armut oder Reichtum und ihre Wurzeln in allen Kontinenten dieser Welt hat.
Zum Frühstück essen die Brasilianer gern Pão de queijo, kleine Käsebrötchen, zu ihrem Kaffee. Und weil diese Brötchen so typisch brasilianisch sind, habe ich sie Euch von meiner Backweltreise mitgebracht:


05 April 2013

Gestern kam endlich die Post aus Alex' Küche bei mir an, da hatte sich DHL über Ostern ziiiemlich Zeit gelassen. Für mich war das halb so wild, denn ich verschicke mein Paket nicht um unbedingt auch selber eines zu bekommen, sondern um Jemandem eine Freunde zu machen. Für Alex allerdings tat es mir sehr Leid, denn sie hatte sich so viel Mühe gegeben mit ihrem Paket, da wäre es so schade, wenn irgendetwas verdirbt...
Gott sei Dank ging aber alles gut und jede dieser zauberhaften Leckereien kam in tadellosem Zustand bei mir an:


31 März 2013

In Gibraltar, Spanien steigen wir in unser kleines Ruderboot und setzen über. Wir betreten einen neuen Kontinent und die arabische Welt begrüßt uns:
Salam!
Kef halak?
Im Hintergrund ein Lied, das mir unheimlich gut gefällt:


28 Februar 2013

 
¡Hola!
Hoy hacemos un viaje pequeño a España. Ya se oyen las guitarras, el sol está bastante caliente y inmediatamente nos antojamos bailar…

Hallo!
Heute machen wir eine kleine Reise nach Spanien. Man kann schon die Gitarren hören, die Sonne ist ziemlich warm und wir bekommen sofort Lust zu tanzen...


31 Januar 2013

Dieses Jahr habe ich etwas ganz Besonderes vor: Ich möchte auf Weltreise gehen. Jeden Monat werde ich ein Land bereisen, ein klassisches, sehr landestypisches Gebäck nachbacken und Euch vorstellen. Dazu habe ich mir immer den letzten Tag des Monats ausgesucht. Bei meiner Weltreise möchte ich kleine Sprünge machen und - soweit möglich - die Reise von einem in das benachbarte Land fortsetzen. Die Auswahl für das erste Land war also begrenzt! :-)
Hört Ihr Edith Piaf singen? "Non, je ne regrette rien..." Aaaah, der Eiffelturm ist auch schon zu sehen! Wie gut, dass wir Eclairs im Gepäck haben:

05 Januar 2013

Heute Abend kommt meine Freundin zu Besuch. Für einen "Kaffeeklatsch" ist es da schon zu spät, aber ein guter Tee geht immer - ich bin sowieso passionierte Teetrinkerin und mag keinen Kaffee! ;-) Statt des obligatorischen kleinen Keks, der gern in der Untertasse serviert wird, gibt es da heute Abend diese kleinen Träumchen:


04 Januar 2013

Endlich komme ich heute wieder zum Posten, ich dachte wenn Silvester erst mal vorbei ist, habe ich wieder mehr Zeit, aber das kann ich bis jetzt nicht behaupten! ;-)
Passend dazu habe ich Euch aber eine blitzschnelle, zuckersüße Kleinigkeit mitgebracht: Zimtstangen!
Und während ich die erste nasche, möchte ich Euch ein wenig davon erzählen, was mich und Euch hier im Jahr 2013 erwartet...

Blitzschnelle Zimtstangen

Zutaten:
ein frischer Blätterteig aus dem Kühlregal
1 EL Milch
2 EL Zucker
2-3 TL Zimt