18 Juni 2017

Nachdem ich seit bestimmt drei Jahren keine Fondanttorte mehr gemacht hatte, kam mein Sohn dieses Jahr auf die Idee, sich eine Motivtorte zum Geburtstag zu wünschen. Früher mochte er den Fondant gar nicht gern und wollte irgendwann einfach "einen stinknormalen Kuchen" - Backblogger-Kinder eben... Dieses Jahr allerdings hatte er sehr konkrete Vorstellungen: "so silber und da sollen Schrauben drinstecken und oben drauf ist mein Name eingebrannt..."
Diesen Wunsch konnte ich ihm nicht abschlagen:

metallic

Darunter verbirgt sich ein heller Biskuit mit einer Joghurt-Sahne-Mascarpone-Creme mit Tonkabohne und frischer Mango - auch das hat sich der beste Sohn von allen so gewünscht! :-)

Männertorte

Ihr habt hier die Sneak Peek - die Torte wird erst heute Nachmittag angeschnitten! Bei Instagram und Facebook werde ich aber sicher auch ein Bild vom Anschnitt posten!

screws metal

Wenn Ihr wissen wollt, wie man so eine Motivtorte macht, dann klickt Euch hier durch:


Ich war tatsächlich ein bisschen nervös vor dem Projekt, weil mir mittlerweile einfach die Übung fehlt, mit dem Ergebnis aber war ich im Großen und Ganzen zufrieden und bin gespannt wie es dem Geburtstagskind gefällt!
Was sagt Ihr dazu?

Eure Christina

11 Juni 2017

Es gibt nicht viele Lebensmittel, die so polarisieren wie Lakritz. Bis vor ein paar Wochen hätte ich freiwillig kein Lakritz zu mir genommen. Als Kind war die einzige Tüte, die im Süßigkeitenschrank unberührt blieb, Haribo Colorado, denn die mochte nur mein Vater. Selbst die vermeintlich unschuldigen Gummibärchen in Haribo Colorado schmeckten immer ein bisschen nach Lakritz, brrrrr! Als ich dann vor ein paar Wochen durch die Markthalle in Stuttgart schlenderte, bot mir eine sympathische Dame Lakritz an, zum Probieren. Trotz der wirklich hübschen Verpackung lehnte ich dankend, aber freundlich den Kopf schüttelnd ab. Sie, mit einer guten Portion Geschäftssinn gesegnet und von ihrem Produkt überzeugt, bot mir eine andere Sorte an: "ich habe auch Lakritz in weißer Schokolade, mit schwarzer Johannisbeere!" Nun, jetzt wurde es interessant... Ich probierte eine dieser vielversprechenden Kugeln - Versuchungen sind schließlich dazu da, ihnen nachzugehen - und war sofort in LOVE - so hieß die Sorte passenderweise!
An dieser Stelle sei eine Warnung ausgesprochen! Das Zeug macht süchtig! In der Büroschublade stehen mindestens 6 verschiedene Sorten Lakrids und ich habe schon einige Kollegen bekehrt... Für Euch habe ich Cookies daraus gebacken:


Chewy Chocolate Chip Cookies with blueberries and liquorice

Zutaten für den Teig:
225g Butter
175g brauner Zucker
170g (halbe Dose) gezuckerte Kondensmilch
350g Mehl
1/2 TL Backpulver
Msp. Natron

Zutaten für das Topping:
100g Schokotröpfchen, zartbitter
100g getrocknete Blaubeeren
2,5 TL grobes Lakritzpulver
1 Tonkabohne

Zubereitung:
Weiche Butter mit Zucker, Kondensmilch, Mehl, Backpulver und Natron rasch zu einem homogenen Teig verkneten. Blaubeeren grob hacken, Tonkabohne reiben und mit den Schokotröpfchen und dem Lakritzpulver vermischen. Mit einem Teelöffel Teig abstechen und zu Kugeln formen, etwas flach drücken und großzügig mit Topping belegen, etwas andrücken. Auf diese Weise zwei Bleche bestücken und nacheinander bei 180°C Ober-/ Unterhitze etwa 12min backen, beim Auskühlen werden sie fest.


Wenn Ihr keine Tonkabohne zur Hand habt, lasst sie weg, das ist nicht dramatisch, aber gebt dem Lakritzpulver eine Chance! :-)
Der aufmerksame Leser hat es sicher bemerkt, diese Cookies gab es schon zweimal auf dem Blog, einmal mit Macadamia und Karamell und einmal mit Pistazien und Cranbeeries, beide mit weißer Schokolade. Ich mache Cookies weiterhin regelmäßig und sie kommen immer und überall sehr gut an, egal mit welchem Topping.


Jetzt bin ich neugierig: wie steht Ihr zu Lakritz? Liebhaber oder Endgegner? Könnt Ihr Euch vorstellen Euch überzeugen zu lassen? Katharina von Wienerbroed hatte um Ostern herum auch mal über Lakritz geschrieben und besonders gefallen hat mir der Satz "Und ich bin mir sicher, damit wird jemand, der eigentlich kein Lakritz mag, überzeugt." - genau so war das bei mir! :-)

Eure Christina

05 Juni 2017

Ich war schon dabei den nächsten Post zu schreiben, Euch wieder irgendwelche Details zu meiner Persönlichkeit lesen zu lassen, da merkte ich, wie mir das irgendwie widerstrebte. Momentan beschäftigt mich nämlich eigentlich ein ganz anderes Thema: je mehr Mühe ich mir für meinen Blog, die Fotos, die Artikel gebe, desto weniger Resonanz bekomme ich. Hier also eine kleine gedankliche Auseinandersetzung damit:

1. Schreibe ich für die Resonanz?
Aus meiner Sicht lügen Blogger, wenn sie diese Frage verneinen. Sie bräuchten keine Kommentarfunktion, keine sozialen Medien und keinen "Blogcharakter", wenn es nicht um Resonanz ginge. Natürlich schreibe ich in erster Linie für mich, weil ich gern ausprobiere und fotografiere und so ein kleines Rezept-Tagebuch mit meiner persönlichen Entwicklung festhalten kann, aber ich bin natürlich immer gespannt darauf, ob jemand das Rezept nachgebacken hat, ob die Fotos jemandem gefallen oder auch nicht und warum, ob jemand die schräge Macke, von der ich schreibe vielleicht auch hat. Ein Blog und seine sozialen Kanäle leben von Interaktion.

2. Ist das wirklich so? Mehr Mühe = weniger Resonanz?
Ich würde sagen: bei mir ja. Wenn ich alte Posts ansehe und mich etwas für die überblitzten Fotos aus komischer Perspektive schäme, dazu ein Rezept, das von Chefkoch.de übernommen ist und dann sehe, wie begeistert darunter kommentiert wurde, frage ich mich schon warum das so ist. Diese Diskussion habe ich auf dem Foodbloggercamp in Reutlingen schon mal geführt und andere Blogger konnten das bestätigen. Liegt es daran, dass perfekte Bloggerfotos gar nicht mehr gewünscht sind? Kommen Bedenken auf, dass es bei einem selbst nicht so aussehen würde? Wird man als Blogger unglaubwürdig, weil die Szenerie gestellt ist? Geht es mehr um Regelmäßigkeit beim Bloggen und weniger um Perfektion?

3. Welche äußeren (von mir unabhängigen) Faktoren haben sich in den letzten 5 Jahren verändert?
Seit ich angefangen habe zu bloggen sind etliche Blogs dazugekommen. Einige meiner früheren Leser sind heute sehr erfolgreiche Blogger. Die Dichte und damit die Zahl an Einflüssen für den Leser ist deutlich gestiegen und es ist schwieriger geworden die Leser zu erreichen, so hat Facebook z.B. früher die persönliche Timeline noch nicht so beschnitten. Es ist schwieriger geworden als Blogger mit einer Innovation um die Ecke zu kommen und als Leser aus den vielen ähnlichen Blogs seine Favoriten zu wählen. Unter allen Blogposts, die man  - seien wir ehrlich - maximal überfliegt dann auch noch zu kommentieren, ist utopisch. Was macht dann den Unterschied? Was bewegt Dich dazu, doch zu kommentieren?

4. und jetzt? Wie soll es weitergehen?
Ich möchte wirklich gern mit Euch darüber diskutieren, Blogger oder Leser, Eure Meinung interessiert mich brennend. Vielleicht habt Ihr Antworten auf meine Fragen! Vielleicht habt Ihr auch neue, ergänzende Fragen?! Vielleicht habe ich noch nicht alle Facetten beleuchtet?! Nach meiner einjährigen Blogpause weiß ich jedenfalls sicher, dass ich das Bloggen so schnell nicht aufgebe :-)

Eure Christina

21 Mai 2017

Oft werde ich gefragt wer denn den ganzen Kuchen, die ganzen Cupcakes und Cookies isst, die ich da produziere, ich müsste ja schon das zehnfache wiegen, wenn ich das alles selbst konsumieren würde. Wenn mein Sohnemann das auch vehement behauptet, einen Süßi-Magen, also einen, der sich auf die wirklich leckeren Sachen spezialisiert hat und sie auch zu verwerten weiß, haben auch ich und der Sohnemann nicht. Meine Testesser sind dennoch natürlich in erster Linie die Familie und die beste Nachbarin von allen. Alles was dann noch übrig ist, nehme ich gern mit ins Büro, wo ich immer dankbare Abnehmer finde. Wie überall gibt es dort experimentierfreudigere und weniger experimentierfreudige Esser und manchmal ist es einfach schön, wenn man auf die Frage, was man denn dabei hätte, einfach antworten kann "Rhabarber-Baiser" und jeder weiß was gemeint ist:


Rhabarber-Baiser

Zutaten für den Teig:
600g Rhabarber
150g Butter
150g Zucker
1 EL Vanillezucker
2 Eier
3 Eigelb
150g Mehl
3 gestrichene EL Grieß
1 Pck. Puddingpulver
1,5 TL Backpulver

Zubereitung:
Rhabarber waschen, die Stielansätze und die Blätter wegschneiden und den Rest in etwa 2-3cm große Stücke schneiden. Butter mit Zucker dick cremig aufschlagen und die Eier und Eigelbe nacheinander zugeben, weiter schlagen. Mehl mit Grieß, Puddingpulver und Backpulver mischen und unter die Butter-Ei-Masse heben. Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Springform geben und glatt streichen, mit Rhabarberstückchen belegen. Bei 180°C im vorgeheizten Ofen etwa 45min backen, in der Zwischenzeit den Baiser zubereiten.


Zutaten für den Baiser:
3 Eiweiß
150g Zucker
Prise Salz

Zubereitung:
Eiweiß mit Salz kurz schaumig schlagen, dann den Zucker einrieseln lassen und 5-10min schlagen, dass er richtig fest und seidig glänzend wird. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen, die Temperatur auf 160°C herunterdrehen und den Kuchen mit dem Baiser bestreichen, mit einer Gabel Spitzen hochziehen. Kuchen weitere 15min backen und bei leicht geöffneter Ofentür abkühlen lassen, dann herausnehmen.


Manchmal weiß ich in dem Stadium, in dem ich das Experiment mit ins Büro nehme, selbst noch nicht, wie ich es nennen werde (erinnert Ihr Euch noch an Detleff?) und sage dann oft einfach "Cookies" oder "Cupcakes" - aber vor allem der Typ "ich esse nichts, von dem ich nicht mindestens 95% der Inhaltsstoffe kenne" möchte das schon genauer wissen...


Bei Rhabarber-Baiser also ist die Sache einfach klar, denn den hat Oma schon gebacken, den kennt man. Bei uns daheim und im Büro kam genau dieser sensationell an und ich habe ihn in den letzten Wochen einige Male gebacken. Mir gefällt besonders, dass ich das Rezept nun endlich so hinbekommen habe, dass der Teig nicht den Geschmack von Stärke auf der Zunge hinterlässt, das mag ich überhaupt nicht! Hier habt Ihr einfach einen fluffigen Teig mit saftigem, säuerlich-süßen Rhabarber und cremigem Baiser in knuspriger Hülle - genau so muss er für mich sein! Wie schmeckt er Euch am besten?

Eure Christina

14 Mai 2017

Flieder ist das unverkennbare Zeichen, dass der Sommer kommt. Als ich Kind war, hatte der Nachbarsjunge einen Fliederbaum im Garten, auf dem wir im Sommer gesessen sind und gespielt haben. Ich werde nie vergessen, wie seine Mutter uns immer wieder ermahnt hat, nicht an der Rinde zu zupfen und doch konnten wir es nicht lassen, die spröde Oberfläche war einfach zu verlockend. Als ich dann knapp 18 war, besuchte ich an einem Abend Ende April meine Oma nach der Fahrschule und brachte ihr Flieder mit. Er hatte seine Zweige nach dem Regen mit den schweren Blütendolden über den Zaun gehängt. Sie fühlte sich an dem Abend nicht so gut, drei Tage später ist sie gestorben, wahrscheinlich erinnere ich mich deshalb so genau daran. Flieder wird mich wahrscheinlich immer an gemeinsame Momente mit meiner Oma und an meine Kindheit erinnern, ich liebe den Geruch und diese intensive violette Farbe. Wie schön, beides in eine Flasche füllen zu können:

Sirup Rezept

Fliedersirup

Zutaten:
12 Blütendolden
2l Wasser
1,5kg Zucker
1 Zitrone
15-20g Zitronensäure

Zubereitung:
Blüten von den Dolden zupfen, dabei darauf achten, dass wirklich nur die Blüten abgezupft werden, nicht der grüne Ansatz. Wasser in einem großen Topf mit dem Zucker zum Kochen bringen. Kurz aufkochen und vom Herd nehmen. Zitrone in Scheiben schneiden und mit den Blüten in ein großes, verschließbares Gefäß geben. Mit dem leicht abgekühlten Sirup übergießen und 4 Tage im Kühlschrank ziehen lassen, dabei gelegentlich umrühren. Nach vier Tagen die Blüten und die Zitronenscheiben abseihen, ggf. den Sirup filtern. Sirup in einen Topf geben und erhitzen, mit der Zitronensäure abschmecken und in heiß ausgespülte Flaschen abfüllen.

Frühlingsblumen

Ich habe viele Varianten mit unterschiedlichen Mengenangaben im Netz gefunden, für mich haben die von Nadine ganz gut gepasst. Der Sirup schmeckt blumig und ich kann ihn mir wirklich gut in Sekt oder Weißwein aber auch in einem kühlen Mineralwasser vorstellen, da freue ich mich schon auf laue Sommerabende auf dem Balkon.

Zitrone

Flieder

Außerdem ist das natürlich ein ganz besonderes Geschenk aus der Küche, ich habe das Gefühl, dass viele Leute gar nicht wissen, dass man aus Flieder so leckeren Sirup herstellen kann! Wusstet Ihr das?

Rezept

Einige Fliederbäume blühen noch, also legt doch einen meditativen Nachmittag ein, an dem Ihr geduldig Blüten von kleinen grünen Stielen zupft - Ihr werdet belohnt!

Eure Christina

07 Mai 2017

Kürzlich waren wir ein paar Tage im Elsass unterwegs. Für mich als absoluter Genussmensch ist das Essen eine der wichtigsten Facetten im Urlaub - ich möchte typische Spezialitäten probieren, genieße es, Orte zu erkunden, an denen sich Einheimische aufhalten und suche nicht die Brezel und die Bildzeitung im Ausland.
Ein Schlüsselerlebnis aus dem Urlaub auf Fuerteventura: wir sitzen im Restaurant des Hotels, ein älteres Pärchen, offensichtlich frisch eingetroffen, bedient sich am reichhaltigen Buffet, bestellt jeweils ein Glas Wein und setzt sich an den Nachbartisch. Er hebt das Glas und prostet seiner Frau zu, mit den Worten "wie sagt man hier? Jia mas!" - Sie stimmt zu, stochert in ihrem Salat in einer weißen Creme und meint "Tzatziki habe ich auch gefunden!" Ich war fassungslos, wie man sich um 4000-5000km verschätzen konnte - oder eher: wie man sich so wenig für die (Ess-)Kultur des Urlaubslandes interessieren konnte!

Für Euch habe ich ein paar Eindrücke aus Restaurants und Cafés zwischen der Schweiz, Frankreich und Deutschland gesammelt und zusammengetragen:


Weißes Kreuz, Schlüsselstr. 8, 79395 Neuenburg am Rhein, Deutschland
gutbürgerliche Küche mit Wein aus eigenem Anbau und Hausbrennerei
gegessen: Schweinemedaillons mit Calvados-Rahm und Spätzle, vorweg einen gemischten Salat
Service: sehr aufmerksam, zuvorkommend, präsent und gleichzeitig zurückhaltend, unheimlich sympathisch
Fazit: das Essen war reichhaltig und sehr lecker, auch wenn meine Medaillons etwas früher aus der Pfanne hätten kommen können. Der Service hat das zweifelsohne wett gemacht. Der Salat hat keine Wünsche offen gelassen, von Karottensalat mit etwas Meerrettich, über Krautsalat mit Speck bis Selleriesalat mit verschiedenen Blattsalaten war alles dabei! Der Wein war sehr gut gewählt und lecker, das Preis-Leistungs-Verhältnis war gut bis sehr gut.


Crêperie am Kohlenberg, Kohlenberg 8, 4051 Basel, Schweiz
Crêpes süß & salzig in shabby vintage Ambiente mit Geschenk- und Vintageboutique in der 1. Etage
gegessen: Crêpe mit Nutella und Bananen
Service: freundlich und aufmerksam
Fazit: die Crêpes werden sehr liebevoll angerichtet und der riesige Papiervorhang, der als Gästebuch dient, zeugt davon, wie viele Menschen hier schon glücklich wurden. Die Einrichtung ist zuckersüß mit viel Liebe zum Detail, dennoch finde ich 10€ für ein Crêpe total überzogen. Generell ist das Preisniveau in der Schweiz aber ein anderes.



Eiscafé Acero, Rheingasse 13, 4058 Basel, Schweiz
alternatives Café mit Eis, Waffeln, Mezze und Salaten, alles hausgemacht
gegessen: Tonkabohnen- und Pistazien-Eis, Rooibos-Tee dazu getrunken
Service: freundlich und sympathisch
Fazit: von außen nicht sichtbar ist der kleine Innenhof mit Brunnen, in dem man gemütlich sitzen und das leckere, geschmacksintensive Eis genießen kann. Es steckt viel Herzblut in diesem Kaffee, das merkt man den Mädels an. Das Preisniveau ist typisch: 4€ für ein kleines Eis, 6,50€ für eine Kanne Tee.


L'Escale Gourmande, 2 rue de la Gare, 68110 Illzach, Frankreich
französisch-elsässische Küche, Fokus auf Crêpes
gegessen: Galettes de sarrasin au blé noir (Buchweizenpfannkuchen) "Cocotte" mit Hähnchen, Champignons, Emmentaler und Ei, Crêpe caramel au beurre salé (Salzkaramell)
Service: aufmerksam und zuvorkommend, sehr flexibel und auch offen für Wünsche außerhalb der Karte, sympathisch
Fazit: ansprechendes, modernes Ambiente, leckeres Essen mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis und sehr nettem Service.


Boulangerie Claude Kraetz, 6 Place Jeanne d'Arc, 68000 Colmar, Frankreich
französische, traditionelle Bäckerei/ Konditorei, mehrfach ausgezeichnet
gegessen: Croissant, Moelleux au chocolat, Tartellette aux fraises
Service: sehr aufmerksam, bemüht uns jeden Wunsch zu erfüllen, sehr sympathisch und geduldig, trotz des großen Andrangs
Fazit: das Croissant kam frisch aus dem Ofen und war das beste, das ich je probiert habe. Das Schokoladenküchlein hatte Schokoladenstückchen, eine Masse, die von der Konsistenz an Nougat erinnert hat und war genau das richtige für den Schokoladensüchtigen auf der Suche nach dem Goldenen Schuss. Das Erdbeertörtchen hat der Mann verspeist und war sehr angetan, Preis-Leistungsverhältnis sehr fair und absolut empfehlenswert.


Jacques Bockel, Planet Chocolate, u.a. in der Rue des Serruriers in Colmar, Frankreich
Schokoladenmanufaktur mit 9 Verkaufsstellen im Elsass
gegessen: diverse Pralinen aus dem reichhaltigen Angebot
Service: zuvorkommend, auskunftsfreudig und hilfsbereit
Fazit: ein schier endloses, vielfältiges Angebot an Schokoladenprodukten in verschiedensten Motiven (Herrenhemden, Oldtimer, Holzstifte, Champagnergläser, Handys, ...), Pralinen, Schokoladen(-tafeln) und einer elsässischen Nuss-Nougat-Creme mit verschiedenen Schokoladenanteilen, eine Fundgrube für leckere Geschenkideen.


Marché Couvert, Markthalle, 13 Rue des Écoles, 68000 Colmar, Frankreich
kleine, übersichtliche Markthalle mit zahlreichen Gelegenheiten für ein kleines Mittagessen
gegessen: ein Stück Quiche mit Munster (Käse) und Salat
Service: freundlich und sympathisch
Fazit: für einen schnellen Snack absolut geeignet, Preis-Leistungsverhältnis sehr fair


Patisserie Gilg, 60 Grand Rue, 68000 Colmar, Frankreich
Patisserie (Konditorei) in der dritten Generation
gegessen: diverse Macarons und ein Walnuss-Himbeer-Törtchen
Service: lediglich Verkauf ohne Sitzgelegenheiten, keine Aussage möglich
Fazit: was die Macarons angeht konnte Gilg nicht mit meinem persönlichen Favoriten mithalten, sie waren aber sehr gut, keine Frage. Das Törtchen war der blanke Wahnsinn, ich finde kaum Worte das zu beschreiben und wenn ich im Nachhinein daran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen.


Goldener Engel, Münsterplatz 14, 79098 Freiburg im Breisgau, Deutschland
Badisches Restaurant mit gut bürgerlicher Karte
gegessen: Linsen mit Spätzle, Kalbsgulasch mit Spätzle, warmer Schokoladenkuchen mit Vanilleeis
Service: freundlich, offen für Sonderwünsche, trotz vollem Restaurant
Fazit: dass so viele Engel in allen Varianten auf so kleinen Raum passen hätte ich nicht erwartet. Die Wartezeit haben wir damit überbrückt uns in dem kleinen Restaurant umzusehen. Zuckersüß: die Tische für zwei Personen sind in Nischen in der Seitenwand. Insgesamt sehr warmes, einladendes Ambiente. Das Essen war lecker, sowohl die Linsen als auch das Gulasch schmeckbar selbstgemacht, das Preis-Leistungsverhältnis absolut in Ordnung, erst recht so zentral auf dem Münsterplatz.

Meine besonderen Empfehlungen als Naschkatze sind zweifelsohne die Bäckerei Claude Kraetz und die Konditorei Gilg in Colmar, beide sind mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben.
Wie macht Ihr es im Urlaub? Sucht Ihr das Gewohnte oder das Unbekannte? Recherchiert Ihr im Vorfeld oder lasst Ihr Euch treiben? Woran erkennt Ihr eine gute Location?

Eure Christina

30 April 2017

Meine Mutter ist keine schillernde Persönlichkeit. Keine Person, die in einen Raum kommt und nach der sich alle Anwesenden umdrehen. Nicht, weil sie nicht schön wäre oder keinen Eindruck hinterlassen würde, aber sie ist kein Mensch, der mit seiner charismatischen Ausstrahlung alle in den Bann zieht, laut und groß ist, auffällt.
Meine Mutter ist aber keine graue Maus, niemand, der unbemerkt bleibt, weil sie warmherzig und hilfsbereit, ehrlich und fürsorglich ist. Sie ist eine starke Frau, die schon viele Hindernisse im Leben übersprungen hat. Wie groß oder schwer diese Hindernisse waren, weiß manchmal nur sie selbst - sie ist eben niemand, der sich und seine Geschichte auf die Bühne bringt.
In zwei Wochen ist Muttertag, für meine Mutter der 31. (!) und ich habe mir diese Cupcakes dazu einfallen lassen:

Himbeere-Kokos

Himbeer-Kokos-Cupcakes

Zutaten (für 12 Muffins und einen Mini-Kuchen):
2 Eier
180g Zucker
1 EL Vanillezucker
125ml Öl
125ml Milch
175g Mehl
75g Kokosraspel
1/2Pck. Backpulver
Msp. Natron

etwa 90g Himbeermarmelade ohne Kerne
25g Kokosraspel

Zubereitung:
Eier mit Zucker dick cremig aufschlagen und Öl in einem dünnen Strahl einfließen lassen. Mehl mit Kokosraspel, Backpulver und Natron mischen und mit der Milch unter den Teig rühren. Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen und den Teig in die Mulden füllen. Bei 180°C im vorgeheizten Ofen etwa 25min backen und abkühlen lassen. 25g Kokosraspel in einer Pfanne ohne Fett rösten und mit der Marmelade verrühren. Mit einem Teelöffel eine Mulde ausstechen, um die Küchlein mit der Marmelade zu füllen.

Zutaten für die Creme:
250g Mascarpone
200ml Sahne
1-2 EL Vanillezucker
70g gefriergetrocknete Himbeeren

Zubereitung:
Mascarpone mit Sahne und Zucker aufschlagen bis eine homogene, cremige Masse entsteht. Creme in einen Spritzbeutel füllen und auf die gefüllten Küchlein spritzen. Himbeeren grob hacken und auf die Creme streuen.

Muttertag

Die Kombination aus fluffigem Teig mit süßer Füllung und cremiger Haube wird durch die Säure der Himbeeren zu einem spannenden Genuss. Gefriergetrocknete Himbeeren sind viel intensiver als TK-Ware und es lohnt sich, hier zu investieren. Ich habe sie in der Markthalle gekauft, ihr findet sie aber auch online*.

Himbeer-Kokos

Meine Mutter ist ganz anders als ich, geht Probleme anders an, denkt anders und hat bei einigen Dingen eine andere Meinung, das gibt mir oft eine neue Perspektive. Seit ich selber Mutter bin, verstehe ich sie besser und ich merke immer wieder, dass ich bei all der Unterschiedlichkeit doch manchmal die selben Sätze zu meinem Sohn sage, die sie zu uns auch schon gesagt hat! :-)
Ich bin total dankbar, dass ich so eine liebevolle Mama habe, die immer für mich da ist!

Eure Christina